Spiritueller Impuls

The Dogde Leonardo Loredan, Bellini, London<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ckk-bs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>49</div><div class='bid' style='display:none;'>524</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

„Nimm mich mir ....“
Hanspeter Rast,









Unnahbar.
Distanziert vom Leben.
Menschliche Wärme ist entwichen.
Nur Amt. Reines Amt.
Nur kühle Macht.
Wir sehen die Banalität oberflächlicher Pracht!

Giovanni Bellini (1437-1516) portraitiert in Jahr 1501 den neuen Dogen von Venedig: Lorenzo Loredan (1436-1521) in seinem Zeremonialgewand.
Bis heute ist dieses Portrait die Ikone erfrierender Menschlichkeit.
Loredan ist schon bald 65 Jahre alt als er im Jahr 1501 das höchste Amt in Venedig erlangen kann. Bis zu seinem Tod 1521 wird er das Amt nicht mehr hergeben.
Glücklich war seine Herrschaft weder für ihn noch für die Lagunenstadt.

Das Gesicht des Dogen: Ein Sinnbild für die Gefahr jedes Amtes!
Nicht selten scheint der Inhaber mit der Macht zu verschmelzen.
Fast meint er, das Amt und sein Selbst wären identisch!
Die äussere Macht kann den inneren Menschen unverzüglich verderben.
Das gilt in der Welt der Politik. Das gilt in der Kirche. In jedem Verein.
Die Versuchung der Macht kann jede menschliche Beziehung vergiften.

Wie anders tönt das Leben eines Zeitgenossen von Lorenzo Loredan:
Niklaus von Flüe (1417-1487) will kein Würdenträger sein.
Er will sein Ego nicht mit geiler Herrschaft füttern.
Ämter verweigert er, weil sie der Weisheit Christi widerstreben.
Niklaus will nackt dem nackten Christus folgen.
Darum entwirft sein „gewöhnliches Gebet“ einen Weg der Hingabe:

O mein Gott und mein Herr, nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.
O mein Gott und mein Herr, nimm von mir alles,
was mich hindert zu dir.
O mein Gott und mein Herr, gib mir alles,
was mich fördert zu dir.

Autor: Hanspeter Rast     Bereitgestellt: 18.08.2017    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch