Spritueller Impuls

Kreuz<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ckk-bs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>49</div><div class='bid' style='display:none;'>562</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Hinschauen
Hanspeter Rast,









Leiden macht stumm.
Im Leid zerbröseln die Worte.
Stumm die halbgeöffneten Lippen.
Erstarren und Erbeben zugleich.
Der verlassen Leidende, der Geschundene
hängt zwischen Dunkel und Dunkel.
Verloren im nächtlichen Schatten der Angst.
Doch einer schaut nicht weg,
schlägt die Augen nicht nieder.
Es ist der Künstler selbst,
verborgen als heiliger Lukas,
der dem Leid ins Auge sieht.
Der Maler führt den Geschändeten,
den schmachvoll Sterbenden zurück
auf die Bühne des Lebens.
Er schafft ihm Raum im Bild.
Der Maler wendet den Blick nicht ab.
Macht sich nicht aus dem Staub.
Was er sieht, geht ihm zu Herzen.
So stellt er sich selbst ins Bild.
Die Farben seiner Palette,
das Helle, das Orange, das Rote,
verbleiben ohnmächtig und arm.
Das Leid ist zu gross.
Retten kann er ihn nicht mehr.
Der Tod hat den Gekreuzigten erfasst.
Doch lässt der Maler ihn nicht allein,
Er schaut zu ihm auf,
und schaut ins Licht.
Von links oben lässt der Maler
ein Licht auf Schulter und Schurz fallen.
Auch sich selbst stellt er ins Licht.
Ins Licht, das das Dunkel nicht scheut.
Ins Licht, das mild ist und stark.
Ins Licht, das das Leid nicht verdeckt.
Ins Licht, das nicht blendet, nicht irrt.






Text und Photographie: Michael Bangert
Bild: Francisco de Zurbarán (1598-1664), Der Gekreuzigte wird vom hl. Lukas gemalt. U
1655/60.
©Museo del Prado, Madrid.
Autor: Hanspeter Rast     Bereitgestellt: 08.03.2018    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch