Triptychon "Morgenröte" im Chor der Kirche

Eine goldene Scheibe, die sich erhebt.
Eine anziehende Spiralbewegung, die in die Tiefe der Dinge lockt.
Wie die österliche „Sonne des Heiles“
– so nennen die frühen Christen unseren göttlichen Retter –
sich erhebt, so beginnt das Goldene seine Bahn,
um zu leuchten und zu beleben.
Die goldene Scheibe lastet nicht.
Nichts von der metallischen Schwere des materiellen Goldes
zieht sie hinab.
Sie ist leicht.
Und sie macht das Schauen schwebend.
Sie löst sich und den betrachtenden Menschen aus der Erdenschwere.
Mit leiser, verborgener Kraft erhebt sie sich.
Die österliche Sonne, die sich aus dem Dunst und dem Lastenden erhebt.
Der Erde schenkt die Sonne das Rot.
Die Brechung des Gold-Göttlichen in der Welt zeigt sich im Rot der Liebe.

Das Kreuz, gebildet aus weiss-grauen Birkenstämmen,
wird sanft vom goldenen Faden
der “rosenfingrigen“ Morgenröte umfangen.
Auch das, was sich der Morgenröte entzieht,
auch das, was sich gegen die Leichtigkeit des Heils aufbäumt,
wird umfangen und geborgen.

Das österliche Bild der „Morgenröte“
besteht nach der alten, abendländischen Tradition der Tripthychen
aus drei Teilen.
Die drei Elemente bringen eine besondere Dynamik mit sich.
Sie bewegen sich aufeinander zu.
Sie gehören zusammen und doch sind sie nicht eins.
Sie ziehen den Blick an und machen das Schauen und Betrachten schöpferisch.
Hier wird der Raum fokussiert und zugleich geweitet.
Unser Leben trägt das Göttliche in sich.
Das Licht ist uns gegeben.
Die Vollendung aber erwartet uns noch.
Wie die „Morgenröte“ haben wir das Ganze im Fragment.
Doch die Teile des Ganzen wachsen aufeinander zu.
Wir ahnen die Fülle.

Text: Pfr. Michael Bangert
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Ein Interview mit der Künstlerin Marion Feldhaus PD 110 web
Autor: Hanspeter Rast     Bereitgestellt: 25.02.2015    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch