Predigergärtlein

Ruhe, Erinnerung und Verbundenheit

Das Prediger-Gärtlein als Ort individueller Bestattung

Die Wünsche und Vorstellungen bezüglich Tod, Bestattung und Umgang mit den Verstorbenen waren immer schon starken Schwankungen unterworfen. Auch unsere Zeit bildet neue Formen und Vorlieben aus. Auf diese spirituelle Entwicklungen soll reagiert werden: Eine gemeindenahe Möglichkeit der Beisetzung direkt in bzw. an unserer Predigerkirche könnte eine sinnvolle Ergänzung zu den Orten der Bestattung sein, die augenblicklich nutzbar sind. Wer mit unserer Kirche verbunden ist, soll seinem Individualrecht nach Bestimmung der Aufbewahrung der eigenen Asche, nachkommen können.
Die Sorge um die Toten, eine der herausragenden Merkmale der christlichen Spiritualität in den frühen Zeiten der Kirche, war und ist der entscheidende Impuls für die Einrichtung des Prediger-Gärtleins.

Vorbemerkung:
Das im 13. Jahrhundert gegründete Dominikaner-Kloster in Basel war bei der bürgerlichen Bevölkerung der Stadt als Ort der letzten Ruhe sehr beliebt.
Die Dominikaner galten in den ersten hundert Jahren nach der Gründung des Klosters, sowie von ca. 1440 bis zur Reformation als geistliches Zentrum der Stadt. Tausende von Baslerinnen und Baslern liessen im Laufe der Jahrhunderte auf dem Gottesacker neben dem Dominikanerkloster bestatten.
Auch nach der Zerstörung der Totentanz-Mauer im Jahr 1805 ging dieser Brauch weiter. Die Nähe des Bestattungsortes zur Kirche entsprach dem Konzept der Verbindung von Lebenden und Toten zu einer Gemeinschaft (populus Dei – Volk Gottes). Diese Vorstellung hatte sich in der Begegnung von Christentum und paganen Religionen entwickelt.

Ebenfalls war die Beisetzung der Verstorbenen in der Kirche selbst über Jahrhunderte bis in die Gegenwart in Gebrauch. Heute ist diese Bestattungsform fast nur noch bei Bischöfen oder Ordensleuten in Gebrauch.


Leitlinien und Grundlagen

1. Die Predigerkirche bzw. der erhaltene Rest des Kreuzgangs (Nordflügel) und die Tumba in der Kirche stehen seit Dezember 2012 wieder als individueller Bestattungsort zur Verfügung. Möglich ist ausschließlich die Beisetzung von Asche. Erdbestattungen sind nicht vorgesehen. Sollen Urnen Verwendung finden, müssen diese schnell und leicht kompostierbar sein. Die rechtliche Grundlage ist eindeutig: Das Basler Bestattungsreglement überläßt es weitgehend dem letzten Willen des Verstorbenen bzw. seinen Angehörigen, wo die Asche bzw. Urne des Verstorbenen ihren letzten Aufbewahrungsort findet. Im Predigergärtlein bietet die christkatholische Kirchgemeinde eine in der christlichen Totensorge wurzelnden Möglichkeit, die Asche an einem kirchennahen Ort beizusetzen.

2. Dieser Bestattungsort ist kein Friedhof im juristischen Sinne. Die Christkatholische Kirchgemeinde stellt dieser Ort denjenigen Menschen zur Verfügung, die wünschen, dass ihre Asche ihren Aufbewahrungsort in einem spirituellen Kontext findet.

3. Entsprechend der christlichen Tradition und der lokalen Gepflogenheiten ist das Prediger-Gärtlein als Bestattungsort reaktiviert worden. Der Kreuzgang und die Kirche des Predigerklosters waren lange Zeit schon ein Ort der Bestattung. Das Prediger-Gärtlein ist – wie gesagt – kein Friedhof im modern-ordnungsrechtlichen Sinne.

4. Neben dem Predigergärtlein bietet die Tumba in der Kirche einen weiteren Ort der Bestattung. Die Tumba ist mit einer festen Abdeckung mit einem goldenen Deckel versehen worden, um einen pietätsvolle Beisetzung der Asche zu gewährleisten.

5. Die Ruhezeiten im Prediger-Gärtlein und in der Tumba sind prinzipiell nicht begrenzt.

6. Die Osterkerze wird das Jahr über ihren Platz vor dem Ausgang zum Prediger-Gärtlein haben. Die Verstorbenen könnten durch die große Nähe unmittelbar auch in das liturgische Gedenken aufgenommen werde.

7. Die Pflege des Prediger-Gärtleins obliegt der Christkatholischen Kirchgemeinde solange sie die Eigentümerin der Predigerkirche ist. Grabschmuck kann nur in Absprache mit der Kirchgemeinde angebracht werden. Grabmäler sind nicht gestattet.

8. Die einzelnen Bestattungsplätze werden exakt kartographiert und dokumentiert. Es werden zudem ein Totenbuch und ein Bestattungsregister geführt.

9. Wegen der biblischen Bedeutung des Namens (Jes 43,1: „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bis mein!“) wird es für alle beigesetzten Personen eine gemeinsame Namenstafel neben der Tür zum Prediger-Gärtlein geben. Anonyme Bestattungen sind nicht vorgesehen. Auf der Erinnerungstafel erscheinen Ruf- bzw. Taufname, sowie Nachname und gfls. der Allianzname, sowie Geburts- und Sterbejahr. Kirchliche, akademische oder adelige Titel oder Namenszusätze sind nicht vorgesehen.

10. Die Nutzung der Predigerkirche bei Bestattungen von Personen, die nicht zur Basler christkatholischen Kirchgemeinde gehören, im Prediger-Gärtlein oder in der Tumba ist kostenlos. Alle weiteren Dienste sind kostenpflichtig. Für Mitglieder der Basler Kirchgemeinde ist die Nutzung der Kirche bei Bestattungen, sowie alle weiteren Dienste, kostenfrei.

11. Für die Beisetzung im Prediger-Gärtlein oder in der Tumba wird keine feste Gebühr erhoben. Ein eventueller Beitrag soll sich im Rahmen der sonst üblichen Tarife bewegen. Der erste Impuls für das Prediger-Gärtlein und die Tumba ist spiritueller Natur. Es geht darum, eine alte Form der Erinnerung und der Totensorge zu revitalisieren. Die Kosten für den Betrieb des Prediger-Gärtleins und der Tumba sollen durch die Gebühren gedeckt werden. Die Gebühren sind für Gemeindeglieder der christkatholischen Kirche Basel reduziert.

12. Die Absprache über die Höhe der Gebühr erfolgt mit dem Seelsorgeteam und soll sich prinzipiell nach der finanziellen Situation des Verstorbenen bzw. seiner Angehörigen ausrichten. Die Gebühr kann im Vorhinein entrichtet werden.

13. Der Zugang zum Prediger-Gärtlein ist während Öffnungszeiten der Predigerkirche gewährleistet. Darüber hinaus können Angehörige gegen eine Gebühr einen Schlüssel für den Zugang zum Prediger-Gärtlein von der Petersgasse her erhalten.

14. Der Zugang zur Tumba ist während der Öffnungszeiten der Predigerkirche gewährleistet.

15. Die christkatholische Kirchgemeinde Basel kann kostenlose Ehrengräber vergeben.
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Predigergärtlein, Foto HP. Rast

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Dokumente
Autor: Hanspeter Rast     Bereitgestellt: 07.08.2013    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch