Totentanz 2013

Die Kunstinstallation von Peter Greenaway auf dem Totentanz neben der Predigerkirche bzw. in der Predigerkirche hat vom 1. bis 30. November ca. 50.000 Besucherinnen und Besucher angezogen.

Zu den über 40 Begleitveranstaltungen, die schwerpunktmäßig in unserer Kirche stattgefunden haben, konnten insgesamt ca. 4500 Personen begrüßt werden. Auch das Medienecho war überaus positiv und sehr weitreichend. Die Universität hat den Anlass ebenfalls aufgegriffen und zwei Seminare zu den unterschiedlichen Aspekten der Kulturgeschichte des Totentanzes angeboten.

Für die Veranstalter vom „Verein Basler Totentanz“ sind vor allem die vielfältigen Reaktionen aus dem Publikum wichtig. Selbstredend ist die Kunst von Peter Greenaway oftmals provokant und herausfordernd. Und viele Menschen haben sich provozieren lassen, um über den eigenen Tod, das eigene Sterben nachzudenken. Es war beeindruckend, zu beobachten wie intensiv die Video-Sequenzen betrachtet wurden. Die Installation mit den 12 stilisierten Grabmälern auf dem ehemaligen Friedhof der Dominikaner war bisweilen von einer ernsten, ja geradezu besinnlichen Atmosphäre geprägt. In Kirche saßen viele Menschen oft sehr lang und in sich gekehrt vor den Filmen.
Fraglos hat diese Installation, ob man für die künstlerische Form empfänglich ist oder nicht, in Basel die Frage nach Tod und Sterben, oder besser nach einer „ars moriendi“ – also einer „Kultur des Sterbens“ – nachhaltig verstärkt. Diese Frage nach einer „Kunst des Lebens“ und einer „Kunst des Sterbens“ wird sich in unserer Gesellschaft mit wachsender Dringlichkeit stellen. In Anlehnung an den Sonnengesang des großen Mystiker Franziskus von Assisi können wir es vielleicht so sagen: Es wäre gut, wenn wir lernen würden, den leiblichen Tod wie einen Bruder anzusprechen.

Zu den Höhepunkten des „Totentanz-Monats“ gehören fraglos auch die liturgischen Feiern wie das traditionelle Totentanz-Ritual am Abend des Allerheiligentages oder die sonntäglichen Gottesdienste mit der Predigtreihe. Viele Menschen, die sich keiner christlichen Kirche angehören haben an unseren Gottesdiensten teilgenommen und haben sich unserem Beten angeschlossen. Einer der Höhepunkte war sicher er Besuch des altkatholischen Erzbischofs von Utrecht, Dr. Joris Vercammen, der durch seine menschenfreundliche Umgangsform, seine spirituelle Predigt und seine geistliche Präsenz in der Liturgie vielen Herzen in unserer Gemeinde und von unseren Gästen für die Frohe Botschaft von der Auferstehung aufgeschlossen hat. Das Ensemble Larynx unter der Leitung von Jörg-Andreas Bötticher gestaltete diesen festlichen Gottesdienst mit und zeigte aufs Beste wie sehr auch Musik den Kummer der Menschen trösten kann.
So wurden die Gottesdienste im November durch Gebet, Musik und Gesang in gewisser Weise zu einem „hoffnungsfrohen“ Gegenentwurf zu den skeptischen Elementen in der Kunst Peter Greenaways.

Die Reden und Vorträge fanden guten Zuspruch. Weitbekannte Persönlichkeiten wie die Philosophin Annemarie Pieper sprachen ebenso engagiert wie lokal bekannte Persönlichkeiten. So beeindruckte der Basler Koch Dominic Lambelet durch seinen Vortrag, in dem er die Herausforderung für einen Koch beschrieb, aus einem lebendigen Tier ein Lebensmittel zu machen. Zudem öffnete Dominic Lambelet auch seinen sehr persönlichen Erfahrungsschatz vom Erleben des Todes geliebter Menschen.

Das Programm für Kinder, das vom K-Werk organisier und durchgeführt wurde fand regen Zuspruch. Die Zeichnungen und Adaption der Kinder und Jugendlichen sind zum Teil von berührender Direktheit.

Die höchst unterschiedlichen Konzerte, die im Rahmen des Kunstprojektes stattfanden, boten eine andere Ebene, sich mit dem „Tanz des Todes“ auseinanderzusetzen. Von Jazz, über Cross-Over-Produktionen bis zu Johann Schelle und Heinrich Schütz reichte das Spektrum der Musik.

Die Kooperationen mit Organisation wie der GGG Voluntas, die schwer kranke und sterbende Menschen begleitet, sowie außerordentlich qualifizierte Beratung bei der Erstellung von Patientenverfügungen anbietet, haben sich sehr bewährt. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen war in verschiedenen Projekten wie den thematischen Stadtführungen und der grossen Podiumsdiskussion erfolgreich und erfreulich.

Nun verbleibt eines der Grabmäler in der Predigerkirche und wir können damit die Videosequenzen von Peter Greenaway dauerhaft zeigen. So ist ein neuer Totentanz in neuer Form in der Predigerkirche präsent.
Der „Verein Basler Totentanz“ hat sich bei der Kirchgemeinde, dem Kirchenrat und alle Gemeindegliedern, die das Kunstprojekt aktiv und wohlwollend unterstützt haben, aufs herzlichste bedankt.


Ein Bericht über die Vernissage:


Ein Bericht von regioTVPlus
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Basler Totentanz

Autor: Hanspeter Rast     Bereitgestellt: 05.02.2014    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch