Gedanken zu Ostern

Caspar David Friedrich (1774 bis 1840) Ostermorgen (1830 bis 35). Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid.

Ostern endet nicht mit dem Ostersonntag. Das Entscheidende für uns beginnt erst...












Hoch über dem Land wohnt das Licht.
 
Voll ist der Mond.
 
Voll wie das Leben.
 
Hell wie die Sonne.
 
Dämmern im gleißenden Mondlicht.
 
Drei Frauen an der Grenze der Nacht.
 
Schon in der Fülle des Lichts.
 
Noch suchen sie den Toten, den Leichnam.
 
In der Frühe des neuen Tages.
 
Die drei halten ein.
 
Hemmt die lastende Trauer den Schritt?
 
Ist es ein Staunen?
 
Was schauen die Frauen?
 
Noch sind es nur Schemen.
 
Nur Dunst über dem steingezeichneten Weg.
 
Den dreien dämmert das unfassbar Neue.
 
Ihr Ahnen wächst nicht im frommen Theater.
 
Nicht im Gepluster eitler Dogmen.
 
Nur Schemen sind es.
 
Es ist nicht die Klarheit des hellen Mittags.
 
Ihnen zeigt sich das Wahre im Dämmern.
 
Sie treten ein in das Unaussprechliche.
 
Wie durch ein Tor:
 
Die Bäume mit ihren zart grünenden Zweigen.
 
Es empfängt sie die gewaltige Stille.
 
Unsagbares.
 
Die Stille verschwebenden Schweigens,
 
in der das neue Leben wohnt.
 
In der Christus lebt.
 
In der Gott ist.
 
Die in uns sein will.
 
Ostern und immer.
Publiziert von Franz Osswald am 08.04.2026   Besuche: 143 Monat